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Lieber Cocktail statt Glühwein

By 26. January 2017 No Comments

Ich bin kein Winterkind. Doch eines habe ich mit Väterchen Frost gemeinsam: Wir beide haben Mühe, uns zu entscheiden. Während er im Dezember noch zwischen «Obacht, Winter is coming» und «Warte mal, ich muss nochmal zurück, hab zuhause was liegen lassen» hin und her schwankte, ist er nun definitiv da. Und er ist kalt, schweinekalt sogar. Ich habe das Glück, in einer Omawohnung aus den 60er-Jahren wohnen zu dürfen. Diese hat eine derart schlechte Thermoeffizienz, bei der jedem Minergie-Haus vor Schreck die Solarpanels vom Dach fliegen würden. Der Heizregler ist zudem hypersensibel und so fühlt man sich wie ein Bombenentschärfer in einem Agentenfilm, während man zwischen Eiskunsthalle und Saunaerlebnisparadies hin und her hantiert.

Ich bin kein Winterkind. Naja, ich will jetzt auch nicht nur Schlechtes berichten. Ein bis zwei Tage im Jahr stelle ich mich auf ein Snowboard. Und dann mag ich die Jahreszeit im kalten Weiss sogar für ein paar Momente. Aber nur mit mindestens zwei Stunden Mittagspause bei einem 30-Franken-Pommes-Teller und gehörig Après-Ski nach der verfrühten Talabfahrt um halb Drei. In allen anderen Belangen ziehe ich den Sommer vor. Das Warme, das Sonnige, das Leichtbekleidete. Zwar werde ich nie wirklich braun. Dafür langsam nicht mehr so schnell rot – immerhin.

Lieber Cocktail statt Glühwein. Lieber Flipflops statt Moonboots. Lieber Rallye Dakar statt Ski-WM. Ich bin kein Winterkind. Doch jetzt ist er da. Und er ist gnadenlos kalt. Und jetzt reicht’s mir; ich verschwinde. Vor mir steht ein halbes Jahr Australien. Austauschsemester in Perth und Reisen bis Ende Juli. Fast Sechs Monate mit Kängurus boxen, auf Haien reiten, gegen Krokodile kämpfen und «Schweizer-In-Australien»-Klischees studieren.

Leider heisst das auch, dass ich bis dahin keine Auftritte mehr zu verzeichnen haben werde. Zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Somit verpasse ich auch die diesjährigen Schweizermeisterschaften. Zu eurem Glück, ihr Schufte, zu eurem Glück… Pünktlich zum Saisonbeginn nach der Sommerpause werde ich allerdings wieder am Start sein. Dann hoffe ich mit neuer Energie, zahlreichen Ideen und frischen Texten vor euch stehen zu können.

Natürlich bleibe ich nicht komplett vom Erdboden verschwunden. Bin ja nur auf der anderen Seite. Und selbst dort nochmals richtig abgeschottet von Melbourne, Sydney und Brisbane – dem natürlichen Habitat von Schweizer Maturandinnen. Ich bleibe aber am Netz so gut es geht und werde von mir hören lassen. Schreibaufträge nehme ich natürlich immer noch herzlich gerne entgegen, nur mit Auftritten wird es schwierig. Also es geht schon, einfach mit unglaublich hohen Reisespesen. In dem Sinne – passt auf euch auf. Tut nicht zu wild. Und habt eine schöne Zeit. Euer Gregor.