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guess who’s back

By 17. August 2017 No Comments

Ein halbes Jahr geht so schnell rum. Ich bin erst noch in den Flieger ins weit entfernte Australien gestiegen und nun sitze ich wieder in meiner Wohnung in Zürich. «Rückkehr» wird in Buch, Film und Fernsehen oft gern sehr gross inszeniert. Massen von Leuten, die einen am Flughafen abholen. Banner und Fahnen mit dem eigenen Namen drauf. «Willkommen zurück» in grosser Schrift. Tränen fliessen, die Menschen liegen sich in den Armen und aus dem Off erklingt ein Geigenkonzert. Die Realität sieht anders aus.

Als ich am Flughafen Zürich-Kloten ankam, stand da kein Heer von weinenden Freunden. Niemand hielt ein Banner in der Hand und nirgendwo war auch nur eine einzige Geige zu hören. Und das war auch gut so. Nach 38 Stunden Reisezeit (drei Mal Umsteigen, nach der Devise «Preis vor Komfort») war ich innerlich und äusserlich von Schlaflosigkeit gezeichnet. Ich brauchte kein Empfangskommitee. Ich brauchte einen guten Freund mit zwei Bieren in der Hand, der mich nachhause bringt und mir Fondue kocht. Und das hatte ich.

Das Austauschsemester war zum Studieren da. Das ist zumindest die offizielle Begründung für meine Eltern und Professoren. Hinzu kamen jedoch unzählige Ausflüge, Abenteuer und Begegnungen. In Bezug auf mein Tun in Sachen Spoken Word konnte ich dieses halbe Jahr nutzen, um sowohl den Kopf zu lüften, als auch neue Ideen zu sammeln. Nebenbei durfte ich für das Onlineportal watson wöchentlich eine Art Kolumne schreiben – eine spontan entstandene Zusammenarbeit, die grossen Spass gemacht hat und bei der ich viel Freiheiten geniessen konnte. Zudem hatte ich das Privileg in Melbourne und Sydney je einmal beim Besuch eines Poetry Slams spontan auf die Bühne treten zu dürfen.

Ich beim Spoken Word in Melbourne.

Bevor ich nach Australien ging, lief es sehr gut mit Poetry Slams, Auftrittsanfragen usw. Als ich loszog, befürchtete ich, bis zur Rückkehr etwas in Vergessenheit zu geraten. Doch seit ich zurück bin, füllt sich der Terminkalender sehr rasch, was mich unheimlich freut. Ich habe wieder Zeit, Lust, Energie und Ideen, mit denen ich gerne vor Publikum trete. Ich freue mich darauf.