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Gregor Stäheli

Lieber Cocktail statt Glühwein

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Ich bin kein Winterkind. Doch eines habe ich mit Väterchen Frost gemeinsam: Wir beide haben Mühe, uns zu entscheiden. Während er im Dezember noch zwischen «Obacht, Winter is coming» und «Warte mal, ich muss nochmal zurück, hab zuhause was liegen lassen» hin und her schwankte, ist er nun definitiv da. Und er ist kalt, schweinekalt sogar. Ich habe das Glück, in einer Omawohnung aus den 60er-Jahren wohnen zu dürfen. Diese hat eine derart schlechte Thermoeffizienz, bei der jedem Minergie-Haus vor Schreck die Solarpanels vom Dach fliegen würden. Der Heizregler ist zudem hypersensibel und so fühlt man sich wie ein Bombenentschärfer in einem Agentenfilm, während man zwischen Eiskunsthalle und Saunaerlebnisparadies hin und her hantiert.

Ich bin kein Winterkind. Naja, ich will jetzt auch nicht nur Schlechtes berichten. Ein bis zwei Tage im Jahr stelle ich mich auf ein Snowboard. Und dann mag ich die Jahreszeit im kalten Weiss sogar für ein paar Momente. Aber nur mit mindestens zwei Stunden Mittagspause bei einem 30-Franken-Pommes-Teller und gehörig Après-Ski nach der verfrühten Talabfahrt um halb Drei. In allen anderen Belangen ziehe ich den Sommer vor. Das Warme, das Sonnige, das Leichtbekleidete. Zwar werde ich nie wirklich braun. Dafür langsam nicht mehr so schnell rot – immerhin.

Lieber Cocktail statt Glühwein. Lieber Flipflops statt Moonboots. Lieber Rallye Dakar statt Ski-WM. Ich bin kein Winterkind. Doch jetzt ist er da. Und er ist gnadenlos kalt. Und jetzt reicht’s mir; ich verschwinde. Vor mir steht ein halbes Jahr Australien. Austauschsemester in Perth und Reisen bis Ende Juli. Fast Sechs Monate mit Kängurus boxen, auf Haien reiten, gegen Krokodile kämpfen und «Schweizer-In-Australien»-Klischees studieren.

Leider heisst das auch, dass ich bis dahin keine Auftritte mehr zu verzeichnen haben werde. Zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Somit verpasse ich auch die diesjährigen Schweizermeisterschaften. Zu eurem Glück, ihr Schufte, zu eurem Glück… Pünktlich zum Saisonbeginn nach der Sommerpause werde ich allerdings wieder am Start sein. Dann hoffe ich mit neuer Energie, zahlreichen Ideen und frischen Texten vor euch stehen zu können.

Natürlich bleibe ich nicht komplett vom Erdboden verschwunden. Bin ja nur auf der anderen Seite. Und selbst dort nochmals richtig abgeschottet von Melbourne, Sydney und Brisbane – dem natürlichen Habitat von Schweizer Maturandinnen. Ich bleibe aber am Netz so gut es geht und werde von mir hören lassen. Schreibaufträge nehme ich natürlich immer noch herzlich gerne entgegen, nur mit Auftritten wird es schwierig. Also es geht schon, einfach mit unglaublich hohen Reisespesen. In dem Sinne – passt auf euch auf. Tut nicht zu wild. Und habt eine schöne Zeit. Euer Gregor.

Über- und Untergangsjacken

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Die Zeit zwischen Spätsommer und Mittelherbst ist eine harte. Dies betrifft natürlich nicht diejenigen, in deren Kleiderschränken mehr Jacken hängen, als in der Hive-Garderobe an einem Samstagabend. Probleme gibt’s eher für Leute wie mich, die nur eine Leder-, eine Regen-, eine Winterjacke und einen superflauschigen Hoodie für ungeduschte Faulenzertage besitzen. Man muss sich morgens entscheiden und dann den ganzen Tag die Konsequenzen tragen.

Der Weg zur Arbeit gleicht einer Weltreise. Man erwacht morgens in der Arktis, duscht in den heissen Quellen Islands, rennt in der windigen Kälte Chicagos auf den Bus, schwitzt sich dort mit einer halben Milliarde anderen Pendlern im subtropischen ZVV-Kasten die Seele aus dem Leib und stapft im britischen Regen ins Büro, wo man je nach Gebäude entweder acht Stunden im Kühlschrank-Klima eines Las Vegas Casinos verbringt oder im sauerstoffarmen Smog Neu-Delhis vor sich hinvegetiert.

Was sich gerade so gut nach einem Wintertag anhören könnte, ist durch Hitzeschübe in der Mittagszeit ergänzt. Es ist die einzige Saison, in der die Wolken im Minutentakt über Schlottern und Schwitzen entscheiden können. Was das Aprilwetter innerhalb eines Frühlingsmonats durchmacht, passiert an gewissen Oktobertagen innerhalb 24 Stunden. Ja, der Oktober ist der April des Herbsts.

Da reicht eine einzige Jacke bei weitem nicht. Denn an einem einzigen Tag bedarf es schnell mal einer Winterjacke am Morgen, gefolgt von einem Spätsommerpullover. Gegen 12 Uhr braucht es dann je nach Wetterlage entweder einen Leuchtturmwärtermantel oder ein bauchfreies T-Shirt. Am späten Nachmittag kommt dann langsam aber sicher die Windjacke aus dem Schrank. Es folgt eine Übergangs- und danach eine Sonnenuntergangsjacke. Nachts ist es dann wieder so grausam Kalt, da benötigen sogar die Marder vom Nerzmantel eigene kleine Strickpullover.

Die Zeit zwischen Spätsommer und Mittelherbst ist eine teure. Als Student mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten schwitzt und friert man sich mutig bis November durch. In dem Sinne, fick dich Oktober.

facebook

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Lange habe ich mich dagegen gewehrt. Nun habe ich mich doch dazu durchgerungen, einen Facebook-Auftritt zu erstellen. Es gibt mehrere Gründe, weshalb ich dies lange nicht machen wollte. Einerseits habe ich nach wie vor Respekt vor der Arbeit, die es benötigt, um eine solche Seite sinnvoll zu betreiben und regelmässig mit Inhalten zu füllen. Andererseits hielt ich diese Fanpages bisher für ein Mittel, mit denen sich Minikünstler mit ihrer VornameNachnamePhotography- oder VeganHipsterCooking-Idee narzisstisch austoben können.

Doch dann dachte ich mir: „Warte mal. Ich bin auch ein Minikünstler und dazu noch der grösste Narzisst, den ich kenne. Und der schönste.“ Zudem hat schon Platon gesagt: „The beginning ist the most important part of the work“ (Ja Platon war ein englischer Grieche). Somit ist die grösste Arbeit nun zum Glück getan. Ein weiterer Beweggrund war die die Trennung zwischen Bühnenaktivität und Privatem. Ich habe nach Auftritten vermehrt Freundschaftsanfragen von Zuschauern erhalten. Und obwohl ich euch alle liebe, füge ich normalerweise nur Leute hinzu, mit denen ich im Leben mindestens ein tiefgründiges Gespräch, eine wilde Nacht oder beides gehabt habe.

Diese Seite soll  nun die Möglichkeit bieten, dass sich Interessierte (also meine Eltern) besser informieren können, wo es mich demnächst zu sehen, hören oder lesen gibt. Ich freue mich auf euch.

Programm im Sommer

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Der Frühling ist durch und mit ihm auch die Hauptsaison. Diesmal war ich mehr an Privatanlässen auf der Bühne, als an Poetry Slams. Irgendwie muss man ja seine Brötchen verdienen. Der Sommer bietet wieder Zeit, den Kopf zu lüften und neue Ideen zu brüten und zu Blatt zu bringen. Meine Hausaufgabe bis zum Saisonstart ist schreiben schreiben schreiben, um für die nächste Saison wieder frische Ware zu haben.

Auch im Team “Haben&Stahl” mit Diego Häberli soll diesen Sommer fleissig getextet werden, um bald eine Grossoffensive starten zu können. Momentan verbringen wir unsere Freizeit zugegeben vor allem mit Motorrad-Touren. Aber nennen wir dies einfach mal “Team-Building-Activity”, schon klingt es legitim.

Ganz slamlos ist dieser Sommer aber nicht! Im Juli finden wieder die grandjosen Slamführungen im Zoo Zürich statt, wo ich nach einer Pause im letzten Jahr wieder dabei sein werde. Ebenfalls lohnenswert ist der Slam im Seebad Enge am 11. August. Wer dabei sein will, muss sich aber früh ein Ticket besorgen. Letztes Mal mussten wir leider zahlreiche Leute nachhause schicken. Also wer auf Abendkasse spekuliert, ist sehr sehr mutig – und am Ende enttäuscht.

Allen schöne Sommerferien, schöneres Wetter als im April, im Mai oder im Juni, viel Erfolg bei den Prüfungen, alles Gute zum Geburtstag, zum Jahrestag, zum Hochzeitstag, und herzlichen Glückwunsch zum Lehrabschluss. Bis bald.

Schweizermeisterschaften 2016

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Was für ein Wochenende. Vom 17. – 19. wurden in St. Gallen die nationalen Poetry Slam Champions in den Kategorien Einzel, Team und u20 gekürt. An dieser Stelle nochmals eine herzliche Gratulation an die Gewinner: Remo Zumstein (Einzel), Dominik Muheim & Sven Hirsbrunner vom Helvetischen Dreieck (Team) und Joël Perrin (u20). Persönliche Umarmungen wurden bereits verteilt. Keine der Trophäen wurde unverdient ausgehändigt. Sie alle haben den Wettbewerb gerockt!

Ein weiteres Lob gehört für die neugegründete Schweizer Poetryslam-Nationalmannschaft ausgesprochen, die ihr Debut gegen den FC Stadtrat St. Gallen bestritt. Der Sieg wurde uns zwar aus der Hand genommen und wir mussten uns zum Schluss mit einem 2:2 zufrieden geben. Doch die Stimmung im Team um Star-Trainer und Slam-Kollege Kilian Ziegler war unvergleichbar und macht Laune für das nächste Jahr.

Ich selbst kann auf erfolgreiche Auftritte im Einzel- und Teamwettbewerb zurückblicken. Auch wenn es nicht für Podestplätze gereicht hat, kann ich mit der Performance und den Zuschauerreaktionen zufrieden sein. An dieser Stelle gilt ein spezieller Dank meinem Teampartner Diego Häberli. Mit ihm auf der Bühne zu stehen ist 100% Spass. Zusammen bilden wir das kürzlich gegründete Slam-Team Haber & Stahl. Das Debut kann als gelungen bezeichnet werden. Wir ziehen uns nun direkt in unser Refugium zurück und planen den Grossangriff 2017. Auch solo gehe ich nun wieder hinter die (zu füllenden) Bücher. Es spriessen schon einige gute Ideen im Kopf, die es nun umzusetzen und auszuprobieren gilt.

Schnee, Sand & Slam

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Im neuen Jahr soll viel passieren. Wenn ich überhaupt mal einen Vorsatz fasse, dann diesen. Nach ungefähr zwei Jahren in der Berufswelt zieht es mich zurück in den Vorlesungssaal, um ein für alle Mal das zu beenden, was ein naiver, kleiner Basler Zuzügler vor über 5 Jahren in Zürich angefangen hat. Damit verbunden ist auch ein gutes Stück Terminflexibilität, was mir mehr Auftritte und Workshops ermöglichen sollte, worüber ich mich sehr freue.

Eingeläutet wird dieser Wechsel mit zwei gehörigen Stücken Ferien. Vergangenes verdauen, Kopf lüften und neue Inspirationen sammeln sind das Ziel. Denn schon bald steht wieder das nächste Grossevent vor der Tür: Schweizer Meisterschaften 2016 vom 17.bis 19. März. Und das will vorbereitet sein.

Die erste Portion Abwechslung ist bereits getankt: Um dem Zürcherischen Schnee zu entfliehen, absolvierte ich eine Woche Intensiv-Indien mit einer aufregenden Tour durch den Bundesstaat Rajasthan. Kamelsafari in der Wüste, Taj Mahal im Morgennebel und Fluch durch einen Trickbetrüger-Priester – alles war dabei. Nun folgt die letzte Woche im aktuellen Job. Danach zieht es mich bis zum Semesterbeginn knappe 3 Wochen zurück an die US West Coast. Freunde treffen und Solo-Roadtrip von San Francisco bis nach Vancouver stehen bevor. Wenn das mal keine Meisterschafts-Vorbereitung ist.

Neue Homepage

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Alle paar Jahre muss man sich neu erfinden. Sagt man, glaube ich. Vielleicht habe ich deshalb etliche Stunden investiert, um meinen neuen Webauftritt (fast) ohne fremde Hilfe zu gestalten. Möglicherweise brauchte ich auch einfach ein kleines Projekt, um mich von anderen Dingen abzulenken. Das machen Männer so. Sagt man, glaube ich. Die meisten Typen bauen sich dann ein Auto oder ein Haus. Ich baute mir eine neue Webseite. Auch gut, finde ich.

Wenn wir ehrlich sind, wurde dies aber auch Zeit. Die alte sah aus wie vom Gartenbauamt der Nullerjahre. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Kritiker der letzten und alle Inputter der neuen Homepage. Nun ist offenbar auch dieses Projekt fertig gestellt und ich komme nicht drum herum, mich mal wieder um das Wesentliche zu kümmern: Texte zu schreiben. Das ist bei dem ganzen Basteln an der Promotion fast untergegangen. Das neue Jahr wird bei mir wieder mehr im Zeichen des Poetry Slams stehen, da es mir die Zeit jetzt auch eher erlauben sollte. Ich freue mich auf zahlreiche Auftritte, tolle Publika, kostbare Kollegen und viel Whisky. In dem Sinne bis bald.